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Depot-Vergleich 2026: Trade Republic, Scalable Capital, ING im Check

Trade Republic vs. Scalable Capital vs. ING DirektDepot 2026 – Ordergebühren, Sparplan, Zinsen aufs Cash im Direktvergleich.

09. Mai 2026 ca. 5 Min. Lesezeit von Jonathan Scheele
Depot-Vergleich 2026: Trade Republic, Scalable Capital, ING im Check

Wer 2026 ein Depot eröffnet, hat die Qual der Wahl. Neobroker haben die Branche disrupted – Ordergebühren unter 1 € sind Standard, Sparpläne oft kostenlos. Aber im Detail unterscheiden sich Trade Republic, Scalable Capital und ING erheblich.

Vergleichstabelle auf einen Blick

MerkmalTrade RepublicScalable CapitalING DirektDepot
Sparplan-Gebühr0 €0 € (Free) / 0 € (Prime)0 € (ausgewählte ETFs)
Order-Gebühr1 € flat0,99 € (Free) / 0 € (Prime)3,90 € + 0,25 %
Mindest-Sparrate1 €1 €1 €
Cash-Zins (2026)EZB-Zins (2,0 %)2,0 % (Prime)n.a.
ETF-Auswahl~2.000~8.000~1.100
App-QualitätSehr gutGutBefriedigend
KundensupportChatChat/TelefonTelefon/Filiale

Trade Republic – der Marktführer

Trade Republic hat sich zur meistgenutzten Investitionsplattform Europas entwickelt. Stärken: intuitive App, Sparpläne ab 1 €, Zinsen auf Cash in Höhe des EZB-Zinssatzes (derzeit 2,0 % p.a.). Schwäche: kleinere ETF-Auswahl als Scalable.

Für wen: Einsteiger und Anleger, die alles in einer App wollen (Depot + Tagesgeld-Ersatz).

Scalable Capital – der Profi-Broker

Scalable bietet mit dem PRIME+-Abo (4,99 €/Monat) unlimitierte kostenlose Orders und Zugang zu 8.000+ ETFs und Aktien. Wer mehr als 5 Orders pro Monat tätigt, ist damit günstiger als Trade Republic.

Für wen: Aktive Anleger mit vielen Orders oder komplexem Portfolio.

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ING DirektDepot – der Klassiker

ING ist die beliebteste Bank Deutschlands (laut Kundenumfragen 2026). Das DirektDepot punktet mit Sicherheit, Filialbank-Gefühl und einer sehr soliden App. Ordergebühren sind allerdings deutlich höher als bei Neobrokern.

Für wen: Anleger, die Wert auf eine etablierte Marke legen, selten handeln, und hauptsächlich Sparpläne nutzen.

Empfehlungs-Matrix nach Anlegertyp

AnlegertypEmpfehlung
Einsteiger, 1 ETF-SparplanTrade Republic
Aktiver Anleger, 5+ Orders/MonatScalable Prime+
Sicherheitsorientiert, große BankING DirektDepot
Alles auf einer PlattformTrade Republic

Depot wechseln: Depotübertrag ist kostenlos

Wer schon ein Depot hat, kann es kostenlos übertragen lassen. Der neue Broker übernimmt die Übertragungskosten in der Regel komplett. Wichtig: Beim Übertrag werden keine Steuern ausgelöst – der Einstandskurs bleibt erhalten.

Weitere Broker im Überblick

Neben den drei Top-Playern gibt es zahlreiche weitere Optionen:

DKB-Broker:

  • Ordergebühr: 1,50 € (unter 25 €: 1,50 €, darüber: 0)
  • Sparplan: Kostenlos ab 25 €
  • Stärke: Gute Integration mit DKB-Girokonto
  • Schwäche: App veraltet, weniger ETF-Auswahl

Comdirect:

  • Ordergebühr: 12,90 € + 0,25 % (Minimum 12,90 €)
  • Sparplan: 1,5 % auf Sparrate, viele ETFs kostenlos
  • Stärke: Breites Angebot, etabliert
  • Schwäche: Teuerste Ordergebühren im Vergleich

Flatex:

  • Ordergebühr: 5,90 € (+ 0,02 cts/Aktie)
  • Sparplan: 0 € auf ausgewählte ETFs
  • Stärke: Große Auswahl, schnelle Ausführung
  • Besonderheit: Negativzinsen auf Cash (unterscheidet sich von anderen)

Consorsbank:

  • Ordergebühr: 3,95 € + 0,25 %
  • Sparplan: Kostenlos auf 1.800+ ETFs
  • Stärke: Sehr große Sparplanauswahl
  • Schwäche: Keine Cash-Verzinsung

Was kostet ein ETF-Sparplan über 10 Jahre bei verschiedenen Brokern?

Szenario: 200 €/Monat in MSCI World ETF, 10 Jahre, kein Handel

BrokerSparplangebührGesamtkosten 10 Jahre
Trade Republic0 €0 €
Scalable Free0 €0 €
ING0 € (ausgewählter ETF)0 €
DKB0 € (ab 25 €/Rate)0 €
Comdirect1,5 %360 €
Consorsbank0 €0 €

Bei reinem Sparplan ohne aktives Handeln unterscheiden sich die Kosten kaum. Erst bei regelmäßigem Einzel-Handel spielt die Ordergebühr eine Rolle.

Freistellungsauftrag: Wichtig bei allen Brokern

Unabhängig vom Broker: Freistellungsauftrag beim Start einrichten. Sonst zahlt der Broker automatisch 26,375 % Abgeltungssteuer auf alle Erträge – auch auf die, die unter dem Sparerpauschbetrag (1.000 € Singles / 2.000 € Verheiratete) liegen.

So geht’s:

  • Bei Trade Republic: In der App unter „Steuern” → Freistellungsauftrag
  • Bei Scalable: Unter Einstellungen → Steuer
  • Bei ING: Im Online-Banking unter Depot → Freistellungsauftrag

Sicherheit: Einlagensicherung und Einlagensicherung bei Neobrokern

Alle deutschen Broker unterliegen der deutschen bzw. europäischen Einlagensicherung:

Wertpapiere (ETFs, Aktien):

  • Sind kein Einlagenvermögen, sondern Sondervermögen
  • Getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt
  • Bei Insolvenz des Brokers: Wertpapiere werden auf einen anderen Broker übertragen
  • Kein Verlust möglich durch Broker-Insolvenz

Cash-Guthaben auf dem Verrechnungskonto:

  • Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person
  • Trade Republic: BaFin-regulierte Bank, deutsche Einlagensicherung
  • Scalable: E-Geld-Institut (andere Regulierung als Vollbank)
  • ING: Vollbank, klassische Einlagensicherung

Kryptohandel: Welcher Broker bietet was?

Für Anleger, die neben ETFs auch Kryptowährungen handeln möchten:

BrokerKrypto verfügbarGebühr
Trade RepublicJa (BTC, ETH, viele)1 € Flat
Scalable CapitalNein
INGNein

Trade Republic ist damit die All-in-One-Lösung für Einsteiger, die auch etwas Krypto halten möchten.

Sparplan-Ausführungszeiten: Wann wird gekauft?

Die meisten Broker bieten die Wahl zwischen dem 1. und 15. eines Monats – oder beides. Das ist für die Cost-Average-Strategie relevant:

  • Trade Republic: 1., 15. oder weitere
  • Scalable Capital: 1., 5., 10., 15., 20., 25.
  • ING: Auswahl aus mehreren Terminen

Wer Flexibilität bei der Ausführung möchte, ist bei Scalable am besten aufgehoben.

Auslandshandel: Welche Börsen werden angeboten?

Für Anleger, die nicht nur deutsche oder europäische ETFs, sondern auch US-amerikanische oder asiatische Wertpapiere handeln möchten:

  • Trade Republic: Xetra, Gettex, US-Aktien
  • Scalable Capital: Xetra, Gettex, Nasdaq, NYSE
  • ING: Xetra, Tradegate, internationale Handelsplätze

Für Standard-ETFs ist der Unterschied irrelevant – alle drei bieten die gängigen MSCI World und FTSE All-World ETFs.

Häufige Fragen zum Depot-Vergleich

Kann ich mehrere Depots gleichzeitig haben? Ja. Es gibt keine Begrenzung. Manche Anleger haben ein Depot für Sparpläne (günstig) und eines für aktives Handeln (breitere Auswahl). Freistellungsauftrag muss dann auf mehrere Depots aufgeteilt werden.

Ist Trade Republic sicher? Trade Republic ist eine deutsche, BaFin-regulierte Bank und Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds. ETF-Bestände sind Sondervermögen – sie sind auch bei einer Insolvenz geschützt.

Was passiert bei einem Broker-Wechsel mit aufgelaufenen Gewinnen? Bei einem Depotübertrag (Depotwechsel) entstehen keine Steuern. Der Einstandskurs wird mitübertragen. Steuer fällt erst beim tatsächlichen Verkauf an.

Depot im Ausland: Was ist erlaubt?

Viele fragen, ob ein Depot bei einer ausländischen Bank (z. B. Interactive Brokers in den USA oder Degiro in den Niederlanden) legal ist. Die Antwort: ja, mit Einschränkungen.

Steuerliche Pflichten:

  • Kapitalerträge aus ausländischen Depots müssen in Deutschland in der Anlage KAP deklariert werden
  • Es gibt keine automatische Abgeltungssteuer durch ausländische Broker
  • Der Sparerpauschbetrag gilt trotzdem
  • Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, dass du zweimal Steuer zahlst

Praktische Herausforderungen:

  • Keine automatische Steuerabführung → mehr Aufwand in der Steuererklärung
  • Jahressteuerbescheinigungen in englischer Sprache
  • Einlagensicherung des Heimatlandes (z. B. Niederlande) statt Deutschland

Für wen es sinnvoll sein kann: Aktive Trader, die sehr günstige Ordergebühren suchen (Interactive Brokers: ab 1 USD pro Order), oder Anleger mit Fokus auf US-ETFs, die in Deutschland nicht verfügbar sind.

Für die meisten ETF-Sparer: Deutsche Neobroker reichen vollständig aus.

Depot-Sicherheit: Was passiert wirklich bei einem Broker-Konkurs?

Eine häufige Sorge: „Was wenn Trade Republic oder Scalable Capital Pleite gehen?”

Das müssen Anleger wissen:

Wertpapiere (ETFs, Aktien) sind Sondervermögen:

  • Sie sind getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt (§ 84 Wertpapierhandelsgesetz)
  • Bei einem Insolvenzverfahren gehen die Wertpapiere NICHT in die Insolvenzmasse ein
  • Anleger bekommen ihre Anteile zurück – entweder durch Übertrag auf einen anderen Broker oder direkte Auszahlung

Cash-Guthaben ist kein Sondervermögen:

  • Cash auf dem Verrechnungskonto ist Einlage bei der Bank
  • Bis 100.000 € durch Einlagensicherungsfonds geschützt
  • Darüber hinaus besteht Verlustrisiko bei Insolvenz

Historische Beispiele:

  • Als Wirecard 2020 insolvent wurde, konnten Kunden ihre bei Wirecard verwahrten Wertpapiere problemlos übertragen
  • Der Insolvenzverwalter organisiert den Übertrag typischerweise in 2–4 Wochen

Performance-Vergleich: Wie wichtig sind 0,1 % TER-Unterschied wirklich?

Viele Anleger zerbrechen sich den Kopf über die günstigste TER. Was macht es wirklich aus?

Szenario: 200 €/Monat über 30 Jahre, 7 % Rendite

TEREndkapital
0,07 % (Amundi World)~242.000 €
0,20 % (iShares World)~239.000 €
0,50 %~232.000 €
1,50 % (aktiver Fonds)~205.000 €

Der Unterschied zwischen 0,07 % und 0,20 % TER: ~3.000 € über 30 Jahre.

Der Unterschied zwischen ETF (0,20 %) und aktivem Fonds (1,50 %): ~34.000 €.

Fazit: Die TER ist wichtig – aber der Unterschied zwischen 0,07 % und 0,20 % ist marginal. Was wirklich zählt: ETF statt aktive Fonds, und früh anfangen.

Ordergebühren über 10 Jahre: Der Broker-Kostenvergleich

Für einen monatlichen Sparplan mit einer Order pro Monat:

Trade Republic (0 € Sparplangebühr):

  • 12 Orders/Jahr × 0 € = 0 €
  • 10 Jahre: 0 €

ING (0 € auf ausgewählte ETFs):

  • Bei ausgewählten ETFs: 0 €
  • Andere ETFs: 0,23 % (mind. 1,90 €) → ~55 €/Jahr

Comdirect (1,5 % auf Sparrate):

  • 200 €/Monat × 1,5 % = 3 €/Monat = 36 €/Jahr
  • 10 Jahre: 360 €

Wer aktiv handelt (z. B. monatlich rebalanciert):

  • Trade Republic: 1 € pro Order × 24 Orders = 24 €/Jahr
  • ING: 3,90 € + 0,25 % pro Order → deutlich teurer bei häufigem Handeln

Empfehlung: Für reine ETF-Sparpläne ohne häufiges Handeln: Trade Republic, ING oder Scalable Free sind identisch günstig (0 €). Für aktive Anleger: Scalable Prime+ (4,99 €/Monat) lohnt sich ab ~5 Orders/Monat.

Fazit

2026 gibt es kein objektiv falsches Depot. Für die meisten Einsteiger ist Trade Republic die logische Wahl: günstig, einfach und mit Cash-Verzinsung. Wer mehr Flexibilität und ETF-Auswahl will, ist bei Scalable besser aufgehoben. ING punktet bei Anlegern, die eine etablierte Bank bevorzugen. Das wichtigste: Jetzt starten, nicht endlos vergleichen.

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Jonathan Scheele

Jonathan Scheele

Social-Media-Agentur-Inhaber, Entwickler und Betreiber von stackero.de.